RevPAR (Revenue per Available Room)


Kurzdefinition

RevPAR steht für „Revenue per Available Room“ und bezeichnet den Umsatz pro verfügbarem Zimmer in einem bestimmten Zeitraum – unabhängig davon, ob das Zimmer tatsächlich belegt war oder nicht. Die Kennzahl verbindet Belegung und Durchschnittsrate in einer Zahl. Berechnet wird RevPAR entweder als Logisumsatz geteilt durch alle verfügbaren Zimmer oder als Produkt aus ADR (Average Daily Rate) und Belegungsrate.

Warum das im touristischen Alltag wichtig ist

Im Revenue Management reicht es nicht, nur auf Auslastung oder nur auf ADR zu schauen. RevPAR zeigt dir, wie viel Umsatz du je vorhandenes Zimmer wirklich erwirtschaftest – und ob deine Preis- und Yielding-Strategie aufgeht. So erkennst du z. B., ob eine sehr hohe Auslastung zu günstigen Raten weniger attraktiv ist als etwas geringere Auslastung zu deutlich besseren Preisen. In Kombination mit BI- und RMS-Auswertungen wird RevPAR zu einer zentralen Steuerungsgröße für Preisstrategie, Kanal-Mix und Angebotslogik.

Praxisbeispiel

Dein Hotel hat 100 Zimmer und erzielt an einem Samstag 9.000 € Logisumsatz. Damit liegt der RevPAR bei 90 € (9.000 € / 100 Zimmer). Eine Woche später erzielst du 8.000 € Umsatz bei nur 80 verfügbaren Zimmern (Renovierung): Der RevPAR liegt erneut bei 100 € – obwohl die absolute Auslastung niedriger ist. Anhand von RevPAR siehst du, dass die zweite Konstellation wirtschaftlich stärker sein kann als ein „voll ausgebuchter“, aber zu billig verkaufter Tag.

Typische Fehler & Missverständnisse

  • RevPAR wird mit ADR verwechselt oder nur als „schöne Zahl im Report“ betrachtet, ohne konkrete Entscheidungen abzuleiten.
  • Es wird ausschließlich auf Tages-RevPAR geschaut, ohne Saisonverlauf, Wochentagsmuster oder Kanal-Mix zu analysieren.
  • Fixkosten, variable Kosten und Deckungsbeiträge werden gar nicht mitgedacht – RevPAR sagt nichts über Gewinn aus und muss mit weiteren Kennzahlen (z. B. GOPPAR, EBITA) gelesen werden.

Impuls von Ziel 17

Nutze RevPAR als Kennzahl in der Kommunikation zwischen Revenue, Front Office, Sales und Management: Definiert für euer Haus klare Zielwerte (z. B. pro Saison oder Segment), besprecht im Team regelmäßig, warum RevPAR steigt oder fällt, und verknüpft Erkenntnisse mit konkreten Maßnahmen in Pricing, Kanalsteuerung und Angeboten. So wird RevPAR vom reinen Reporting-Wert zu einem praktischen Steuerungsinstrument für Ertrag, Teamentscheidungen und Gästeerlebnis. Wenn ihr RevPAR als Kennzahl verwendet ist ein aktives Verfügbarkeitsmanagement wichtig. Das korrekte Setzen von Zimmerstatus und Blockern im PMS und damit eine gute Kommunikation zwischen Reinigung, Haustechnik, Rezeption und Management ist grundlegend für die Belastbarkeit dieser Kennzahl.

Verwandte Begriffe: ADR (Average Daily Rate), BAR-Rate (Best Available Rate), Überbuchung (Overbooking), Netto-Rate (Netto Raten), Yielding im Hotel-Revenue-Management, Revenue Manager / Yield-Manager, RMS (Revenue Management System), Business Intelligence (BI), Vollbelegungstag, Channels (Vertriebskanäle im Hotel), OTA (Online Travel Agency)

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